Radfahren in Münster

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Hier in Münster macht Radfahren Spaß! „Fahrradhauptstadt Münster“ nennt sie sich mit ihrem gut ausgebauten, weitläufigen, wunderbar überschaubaren Fahrradnetz, das sich in alle Himmelsrichtungen ausbreitet. Fahrräder bzw. „Leeze“ wie es hier so schön heißt gibt es anscheinend doppelt soviel wie Einwohner.

Von Anja aus dem Naturfriseur Lockvogel bekomme ich ein Fahrrad gestellt und erkunde damit die Routenwelt. Da ich in Nienberge untergebracht bin, ist es eine tolle Alternative zum Busfahren. Das spannende dabei ist, dass ich jeden Tag eine neue Strecke entdecke, denn jedes mal verfahre ich mich wieder. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Entlang der Landstraße, über Wald-und Feldwege, vorbei an abgelegenen Höfen und interessanten Schauplätzen aus längst vergangener Zeit. Sitzbänke am Wegesrand, kleine Feuerstellen sowie Cafés und Gasthäuser säumen sich entlang der Fahrradrouten.

Die Beschilderung ist der Hit, ähnlich dem für Autofahrer. Eine Ampelregelung zeigt dir auch als Radfahrer wenn du stoppen sollst! Klingeln beim Überholen – ist selbstverständlich. Hand raus beim Abbiegen – gehört sich. Rechtsfahren – klar doch. Licht an – keine Frage. Und so manchmal wird man von der Radpolizei angehalten. Ja du liest richtig, es gibt eine Radfahrerpolizei! Ich bin dafür, dass sich die Stadt WIEN in der ich lebe ein Beispiel an der Fahrradstadt Münster nimmt.

Wiens Fahrradwege

Seit 4 Jahren wohne ich in Wien. In dieser Zeit habe ich mein Fahrrad etwa 5 mal benutzt. Warum? Weil ich noch nicht lebensmüde bin! Wiens Fahrradwege sind für mich lebensgefährlich! Ständig kreuzen sie sich mit den Fußgängerwegen. Es gibt keine oder unübersichtliche Ampeln für die Radfahrer. Die Beschilderung könnte genauer sein. Und eine Fahrradpolizei gibt es hier nicht – die würde hier echt Kohle verdienen!

Rüpelhaftes Verhalten von vielen Wiener Radfahrern ist hier Tagesordnung. Der Radfahrer braucht keine Regeln – er ist immer der Erste. Als Fußgänger muss ich schnell sein – als Autofahrer hab ich keine Rechte. Es gelten weder Ampel Regelungen – noch muss ein Licht angemacht werden. Rechtsfahren – Wozu? Eine Klingel – ist Luxus. Ich bin enttäuscht über den Egoismus, den die Radfahrer in Wien an den Tag legen. Und mein Fahrrad bleibt weiterhin für die Dauer meines Aufenthaltes in Wien im Keller.

Münsters Promenade

In Münster gibt’s die Promenade für Radfahrer. Über 4,5 km kann man um den Stadtkern, entlang der ehemaligen Stadtbefestigung aus dem 18. Jahrhundert mit dem Rad fahren. Eine autofreie Zone mit Bäumen umsäumt, ist der sogenannte „Fahrradhighway“. Es gibt eigens angelegte Radstationen, die für ein sicheres Abstellen sorgen.

Es quirlt von Radfahrern am „Highway“. Von allen Seiten strömen sie heran. Ich halte mich in der Spur und fahre langsam, genussvoll mit der Menge mit. Es ist ein flow, ein Fluss mit seinen kleinen Nebenflüssen, der sich in die selbe Richtung bewegt. Ich gebe rechtzeitig ein Handzeichen, damit ich der Strömung entkomme.

Radfahren in Münster und Umgebung ist für jeden Besucher ein Erlebnis. Egal ob das Rad alt oder neu ist. Du machst zu jeder Tages und Nachtzeit ein gutes Bild auf dem Drahtesel. Probier’s aus – es lohnt sich!

hairzliche Grüße aus der fahrradfreundlichsten Stadt

Susanne #reisendenaturFriseurin

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